Bücherhalle Altona Leif Tewes: "Alternativen" - Autorenlesung

17.04.2018

Lesung mit Autor Leif Tewes

"Nichts ist alternativlos, und es gibt auch immer mehr als nur eine andere Möglichkeit." Mit dieser These, die gleichzeitig die Grundlage seines Buchs "Alternativen" bildete, eröffnete Autor Leif Tewes am Donnerstag, 12. April 2018 seine Lesung in der Bücherhalle Altona.

In ihrem zweiten Fall haben es Kommissar Berg und seine Ermittler mit Politikern und Meinungsmanipulation zu tun. Mit dem ersten Kapitel führte der Frankfurter Autor das Publikum direkt ins Thema ein: Protagonist Thomas ist ein ganz normaler Mittvierziger, bis er eines Abends von Asylbewerbern überfallen wird. Zu Hause kommt es zum Streit mit seiner Lebensgefährtin und dessen Bruder: Ist es unmoralisch, den Vorfall anzuzeigen?

Leif Tewes verbindet in der Handlung aktuelle gesellschaftspolitische Fragen mit dem Genre Krimi Noir. Dabei inszeniert er in der Geschichte geschickt die Ängste, die viele Bürger ganz real umtreiben. Er bezieht unterschiedliche Milieus und Gesellschaftsgruppen ein und gewährt tiefe Einblicke in ihre Denkstrukturen. All das hat Tewes nicht nur erfunden. Er recherchierte für seinen Roman sehr gründlich und wurde unter anderem Mitglied einer populistischen Partei. Seine Erlebnisse ergeben eine spannende Begegnung zwischen Realität und Fiktion.

Wie virulent Themen wie Fake-News , rechte Propaganda und Islamistischer Terror derzeit sind, spiegelte sich auch in den Fragen der Gäste während der Lesung wider. Das Publikum diskutierte angeregt mit dem Autor und zeigte sich interessiert an den Erfahrungen, die dieser in der Zeit vor der Bundestagswahl 2017 im politischen Geschehen gesammelt hat.

Von gutbürgerlichen Gaststätten aus dem Rhein-Main-Gebiet bis in migrantische Wohnviertel in Wolfsburg – die Reise, die der Autor in seinem Roman verarbeitete, zeigt, vor welchen Herausforderungen unsere Gesellschaft aktuell steht. Tewes Botschaft: Macht, Verführung und Lügen machen Menschen schnell manipulierbar - wir BürgerInnen dürfen uns nicht mit einfachen Antworten zufrieden geben. Das unterstützen die Bücherhallen natürlich gern!