26.01.2010
Christoph von Marschall las am Abend des 25. Januar 2010 vor rund 50 Besuchern in der Zentralbibliothek aus seinem Buch "Michelle Obama - Ein amerikanischer Traum. Vom Arbeiterkind zur First Lady".
Nach der Begrüßung durch die Direktorin der Bücherhallen Hamburg, Hella Schwemer-Martienßen, richtete ein ganz besonderer Gast , Ms. Karen E. Johnson, Generalkonsulin der Vereinigten Staaten von Amerika in Hamburg, das Wort an die Gäste. In ihren Grußworten verglich sie Michelle Obama mit Hillary Clinton und Eleanor Roosevelt, benannte Parallelen und Unterschiede. Ms. Johnson hob hervor, dass die Tatsache, dass ein afroamerikanisches Paar Einzug in das Weiße Haus halten konnte, als ein Indiz für die Weiterentwicklung und Größe des amerikanischen Volkes zu sehen sei. Eine Entwicklung die sie ausdrücklich und mit Stolz begrüßte.
Anschließend zog Moderator Dr. Philipp-Christian Wachs, Geschäftsführender Direktor vom Kooperationspartner HAUS RISSEN HAMBURG, fünf Tage nachdem sich der Amtsantritt Barack Obamas zum ersten Mal jährte, eine erste Bilanz der bisherigen Präsidentschaft des Friedensnobelpreisträgers 2009.
Dann hatte der promovierte Historiker und preisgekrönte Journalist Christoph von Marschall das Wort. Seit 2005 ist er Korrespondent für den "Tagesspiegel" in den USA und gilt als ausgewiesener Kenner der amerikanischen Politik. Christoph von Marschall war bereits zum dritten Mal Gast in der Zentralbibliothek, zuletzt um sein Buch "Barack Obama. Der schwarze Kennedy" vorzustellen. Nachdem er die Familie Obama im Wahlkampf begleitet und dadurch Einblicke in die Charaktere des Paares erhalten hat, lag es für ihn nahe, sich in seinem aktuellen Buch mit der neuen First Lady und ihrem Werdegang zu beschäftigen.
Michelle Obama ist nicht die Frau hinter dem charismatischen US Präsidenten Barack Obama, sondern eine Persönlichkeit an seiner Seite. Eine Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und das weiße Amerika in ihren Bann zieht wie kaum eine First Lady vor ihr. Ihre Vorfahren waren Sklaven. Sie stammt aus dem Arbeitermilieu. Ihre Eltern sind im Gegensatz zu Barack‘s beide schwarz. Und Michelle kämpfte sich nach oben: promovierte in Harvard, arbeitete in einer angesehenen Anwaltskanzlei in Chicago und lebt nun im Weißen Haus.
Ihr Hauptthema in der Öffentlichkeit ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie selbst verkörpert einerseits als Mutter, die für den Zusammenhalt der Familie sorgt, konservative Werte, die der amerikanischen Bevölkerung beruhigend vertraut sind. Andererseits ist sie aber eine moderne, beruflich erfolgreiche Frau und gleichberechtigte Partnerin ihres Mannes, wodurch sie zu einem anderen Vorbild wird als ihre Vorgängerin.
Der informativen und interessanten Lesung schloss sich ein lebhaftes Gespräch mit Christoph von Marschall an. Die Lektüre seines Buches kann nur empfohlen werden – es ist natürlich auch im Bestand der Bücherhallen Hamburg zum Ausleihen vorhanden.