Bücherhalle Barmbek "Lange Nacht der Literatur" mit Mechthild Borrmann

04.09.2017

Erfolgreiche Premiere: Erstmalig war am 02. September 2017 auch die Bücherhalle Barmbek als Lesungsort bei der "Langen Nacht der Literatur" dabei. In der gut besuchten Bücherhalle las die erfolgreiche Autorin Mechthild Borrmann aus ihrem Bestseller "Trümmerkind", für das sie mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde.

Autorenlesung mit Mechthild Borrmann

Die Geschichte basiert auf einem tatsächlichen Kriminalfall, den sogenannten "Trümmermorden". 1947 wurden in Hamburg vier Menschen erwürgt und nackt in den Trümmern aufgefunden. Man ging damals von einem Serientäter aus. Die Identitäten der Opfer konnten nie festgestellt werden und auch die Todesumstände wurden nie aufgeklärt.

Basierend auf diesen Fakten hat Mechthild Borrmann eine fiktive (Zeit-)Geschichte entwickelt, die von 1945 bis in das Jahr 1992 reicht. In einer fesselnden Lesung stellte sie in der Bücherhalle Barmbek ihrem Publikum die drei Handlungsstränge ihres Romans und die Protagonisten vor. 

Buchcover _Trümmerkind_

An einem kalten Januarmorgen in Hamburg im Jahr 1947 stößt Hanno Dietz bei der Suche nach Brennholz in einem Keller auf eine tote Frau. Währenddessen findet seine kleine Schwester Wiebke nicht weit entfernt einen kleinen frierenden Jungen. Da das Findelkind nicht spricht und keine Verwandten zu finden sind, wächst er bei der Familie Dietz auf. 

Die Uckermark im April 1945: Auf dem Gut der Familie Anquist bereiten sich die Bewohner auf das bevorstehende Kriegsende und den Einmarsch der russischen Soldaten vor.

Die dritte Erzählebene führt mit einem Zeitsprung ins Jahr 1992. Die in Köln lebende Anna Meerbaum feiert ihren 40. Geburtstag. Laut Aussage ihrer Mutter ist sie eine Nachfahrin der Familie Anquist. Als Anna versucht mehr über ihre Geschichte herauszufinden, stößt sie auf ein dunkles Familiengeheimnis.

Geschickt verknüpft Mechthild Borrmann die Erzählebenen, lässt gut recherchiert noch einmal die letzten Kriegstage und die Entbehrungen der Nachkriegszeit aufleben, bevor sie mit einem gut gelungenen Spannungsbogen die drei Handlungsstränge verbindet. Lesenswert!

Parallel zu der Veranstaltung wurden auch in der Zentralbibliothek, die seit Beginn der "Langen Nacht der Literatur" dabei ist, zwei Lesungen angeboten. Interessierte hatten die Möglichkeit, im Anschluss den Abend in der Zentralbibliothek literarisch fortzusetzen.