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Ausstellung "Banned Books in den USA"

11.07.2011

Rund 500 neue Anträge werden dem amerikanischen Bibliotheksverband (ALA) jährlich gemeldet. Die Anträge stammen überwiegend von Eltern, gefolgt von Bibliotheksnutzern und speziellen Gruppen.

Gefordert wird die Entfernung bestimmter Bücher aus Schulen und Schulbibliotheken (70 Prozent) sowie öffentlichen Bibliotheken (25 Prozent). Der amerikanische Bibliotheksverband unterscheidet zwischen Büchern, die "angefochten" werden (challenged) und Büchern, die tatsächlich aus den Bibliotheksbeständen entfernt (verbannt) werden.

Auf der langen Liste der verbannten Bücher finden sich zahlreiche Klassiker der Weltliteratur, wie zum Beispiel William Shakespeares Drama "Der Kaufmann von Venedig", "Animal Farm", "Der Fänger im Roggen" oder Hemingways "Der alte Mann und das Meer". Auch "Harry Potter", Liebling zahlreicher Kinder, Jugendlicher und Erwachsener, befindet sich auf der Liste der verbannten Bücher.

Plakat zur _Banned Books Week_

Die Begründungen der Anträge stützen sich auf angebliche Vulgarität, Rassismus, Verherrlichung von Drogenkonsum, sexuelle Perversionen, anstößige Sprache oder Homosexualität. So ist zum Beispiel Mark Twains Klassiker über Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer wegen "der Furchtlosigkeit der Titelfiguren, die weder Gott noch irdische Autoritäten anerkennen", aus vielen Bibliotheken verschwunden.

Einmal im Jahr, in der letzten Septemberwoche, findet die "Banned Books Week" statt. Während dieser Woche kämpfen amerikanische Autoren, Verleger, Buchhändler und Bibliothekare mit Lesungen verbotener Bücher und Diskussionen gegen die Zensur. Dabei berufen sie sich auf den ersten Artikel der amerikanischen Verfassung, der die Meinungsfreiheit garantiert.

Bei uns, wo Bücherverbannungen und -verbrennungen untrennbar mit der NS-Zeit verbunden sind, stoßen diese Listen "verbannter Bücher" sowie das rigorose Vorgehen mancher Bevölkerungsgruppen auf großes Unverständnis. Gleichzeitig ist das Interesse und Informationsbedürfnis an diesem Thema groß.

Die Wanderausstellung "Banned Books in USA" wird bis zum Sommer 2012 in 11 Bibliotheken gezeigt.

Die Termine und Ausstellungsorte:

Weitere Informationen zu "Banned Books in USA" finden Sie hier


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