14.11.2011
Am 11.11.2011, pünktlich um 11 Uhr, wurde die neue Zentralbibliothek nach mehr als dreijährigem Um- und Ausbau von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz eröffnet.
Auf nun 3 Ebenen präsentiert die neue Zentralbibliothek eine zusätzliche Etage mit 1.500 qm Ausleihfläche, 200 Arbeitsplätze zum Arbeiten und Recherchieren, ein Lern- und Informationszentrum mit modernsten Geräten und Dienstleistungen sowie eine neue Veranstaltungsfläche und demnächst auch ein Café. Insgesamt stehen neben einer Vielzahl unterschiedlicher Angebote 500 000 Medien auf einer Fläche von 7.400 qm für die Kunden bereit.
Hella Schwemer-Martienßen, Direktorin der Bücherhallen Hamburg, eröffnete den Festakt mit der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste und sprach allen, die dazu beigetragen haben, dass heute die Zentralbibliothek am Hühnerposten zu einer in ganz Hamburg bekannten und geschätzten Institution geworden ist, ihren Dank aus. Ein besonderer Dank galt den Mitarbeitern der Zentralbibliothek und dem Wachdienst, die während der Baumaßnahmen den Kundenbetrieb stets aufrechterhalten haben. Auch bei den Kunden der Zentralbibliothek bedankte sie sich für deren Geduld und Treue.
Dann hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz das Wort. Gut gelaunt begann er seine Ansprache mit einem Loriot-Zitat: "Plötzliche Regenfälle könnten zum Betreten einer Buchhandlung führen", welches er auf die Bücherhallen bezogen umformulierte in "Plötzlich auftretender Sonnenschein hält nicht vom Besuch einer Bücherhalle ab". Mit einem Blick zurück auf die Proteste im vergangenen Herbst gegen die, vom damaligen Senat geplanten Kürzungen im Etat kultureller Einrichtungen, ergänzte er "die Hamburger gehen sogar für ihre Bücherhallen auf die Straße und demonstrieren."
In seiner Rede schilderte der Bürgermeister wie die Bücherhallen ihn selbst in seiner Kindheit begleitet und geprägt haben und hob die wichtige Bildungsfunktion dieser Kultureinrichtung für Menschen jeder Altersgruppe und aller Nationalitäten hervor. Weiter lobte er die Innovationsbereitschaft der Bücherhallen, die dazu geführt hat, dass die neue Zentralbibliothek mit einem erweiterten Medienangebot, längerer Öffnung am Samstag, modernster Bibliothekstechnik und ansprechend ausgestatteten Räumen auf höchstem Niveau Medienkompetenz vermittelt und sich zu einem kulturellen Ort entwickelt hat, auf den alle Hamburger stolz sein können. Steigende Kundenzahlen belegen eindrucksvoll diesen Erfolg.
Abschließend dankte er allen Beschäftigten der Bücherhallen für ihre ausgezeichnete Arbeit und sicherte zu, dass die Hamburger Regierung diese gute Arbeit gern weiter unterstützen wird.
Frau Schwemer zeigte im Anschluss einen bebilderten Rückblick auf 112 Jahre Bücherhallen, der deutlich die ständige Weiterentwicklung dieser Institution aufzeigte.
Überrascht wurde sie von Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler, die ihr spontan einen Blumenstrauß auf dem Podium überreichte, sich über die längeren Öffnungszeiten am Samstag freute und lobend bemerkte: "Wenn alles in Hamburg so gut läuft wie mit den Bücherhallen, ist mir um Hamburgs Kultur nicht bange."
Als letzter Redner trat Architekt Tim Pohl an das Rednerpult. Mit anschaulichen Fotos verdeutlichte er seine Ausführungen über die umfangreichen baulichen Veränderungen, die in den vergangenen Jahren für die Erweiterung der Zentralbibliothek durchgeführt wurden. Auch er sprach allen daran Beteiligten seinen Dank aus. Anschließend überreichte er Frau Schwemer-Martienßen und der stellvertretenden Direktorin Krim Grüttner den "Schlüssel" für die neue Zentralbibliothek.
Der Bürgermeister und die Kultursenatorin nutzten im Anschluss an den offiziellen Festakt die Gelegenheit, sich durch die neuen Räume führen zu lassen. Dabei überzeugte auch das elektronische Leitsystem und das Lern- und Informationszentrum mit seinen vielfältigen Serviceangeboten. Auch die übrigen Gäste zeigten sich nach ihrem Rundgang durch die drei Ebenen der Zentralbibliothek positiv beeindruckt.
Das musikalische Rahmenprogramm wurde von der Jazzband "Street Cats" bestritten. Für weitere Unterhaltung sorgten die Schauspielerinnen Morena Bartel und Gesche Groth, die als "Silbie und Lectüra" mit Rollschuhen und Fahrrad in der Bibliothek unterwegs waren und "Worte für alle Fälle" an die Besucher verteilten.
Am Samstag, 12. November 2011, findet anlässlich der verlängerten Öffnungszeiten bis 19 Uhr ein "Tag der offenen Tür" statt. Kommen Sie vorbei und lassen auch Sie sich von den Angeboten der neuen Zentralbibliothek überzeugen!