12.01.2012
In diesem Jahr jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem die Sturmflut in Hamburg zu einer der größten Katastrophen in der Geschichte der Hansestadt führte.
Aufgrund der geografischen Lage waren die Bewohner der Elbinsel besonders schwer betroffen. Ahnungslos wurden sie in der kalten Winternacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 vom Wasser überrascht. Mehr als 300 Menschen verloren ihr Leben.
Unter Umgehung formaler Vorschriften initiierte der damalige Hamburger Polizeisenator Helmut Schmidt eine Rettungsaktion, in dem er ranghohe Nato-Generäle um Unterstützung bat und erstmalig auch die Bundeswehr an einer zivilen Rettungsaktion beteiligte. Seinem umsichtigen, unbürokratischen Handeln ist es zu verdanken, dass der Großteil der etwa 100 000 von den Wassermassen eingeschlossenen Menschen per Hubschrauber oder mit Booten gerettet werden konnte und die Flut nicht noch mehr Todesopfer forderte.
In Windeseile wurden Notunterkünfte in Schulen und anderen Orten eingerichtet, wo die obdachlos gewordenen Menschen medizinisch versorgt wurden und warme Kleidung, Decken und Essen erhielten. Unzählige freiwillige Helfer waren unermüdlich im Einsatz, halfen bei der Suche nach Überlebenden und kümmerten sich um die Geretteten.
Auch die Bücherhalle in Wilhelmsburg, damals noch in der Veringstraße zuhause, war von der Flut betroffen. 1.800 Bücher wurden vernichtet, die Bücherhallenräume verwüstet. Erst am 15. Oktober 1962, nach langwierigen Renovierungsarbeiten, konnte die Bücherhalle ihren Kundenbetrieb wieder aufnehmen.
Mit verschiedenen Veranstaltungen wird in diesem Jahr in Hamburg an die 50 Jahre zurückliegenden Flutkatastrophe und ihre Opfer erinnert. Auch die beiden Bücherhallen im Stadtteil Wilhelmsburg sind mit drei Veranstaltungen beteiligt.
Der Besuch der Veranstaltungen ist kostenlos.