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Tommi Kindersoftwarepreis

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Beteiligung

Auf Anfrage des Deutschen Bibliotheksverbandes (DBV) beteiligten sich die Bücherhallen Hamburg 2008 erstmals am Wettbewerb zur Vergabe des Kindersoftware-Preises TOMMI der Zeitschrift 'spielen und lernen' und des bekannten Autors Thomas Feibel. Neu bei diesem siebten TOMMI war die Kooperation mit Öffentlichen Bibliotheken im gesamten Bundesgebiet.

Ziel ist es, gute Computerspiele einem größeren Publikum bekannt zu machen, damit auch Eltern den Durchblick im oft unübersichtlichen Software-Dschungel behalten. Vielfach sind Computerspiele negativ in den Schlagzeilen, und Eltern und Pädagogen sind nicht immer frei von Vorurteilen. TOMMI zeichnet hochwertige Spiele aus, um so das Image von PC- und Konsolenspielen positiv zu beeinflussen. In der Jury sind ausdrücklich Kinder vertreten, die dabei den kritischen Umgang mit Computerspielen lernen.

Das Team der Bücherhalle Alstertal war gern zur Teilnahme bereit, denn Kindersoftware und die genannten Ziele passen hervorragend zum Profil der größten Stadtteilbibliothek im Hamburger Norden. Die Bedingungen für die Teilnahme waren auch für eine große Bibliothek hoch: Mindestens 50 Kinder mussten für eine unentgeltliche und zeitraubende Jurytätigkeit geworben werden, und zahlreiche Jury-Veranstaltungen am Nachmittag während der Öffnungszeiten waren zu organisieren.

Wie kann eine Stadtteilbibliothek mit knapp bemessenem Personal vier Wochen lang täglich zwei bis drei Mitarbeiter für Veranstaltungen zur Verfügung stellen, die eine Affinität für PC- und Konsolenspiele mitbringen müssen? Möglich wurde dies durch die Unterstützung der Auszubildenden des Jahrgangs 2007, die die Vorbereitung und Durchführung der TOMMI-Veranstaltungen als Azubi-Projekt übernahmen. Die derzeit populären Spielkonsolen stellten die Hersteller bereit (Wii, PlayStation 2, X-Box 360, PSP und Nintendo DS), ebenso die zu testende Software. Die teilnehmenden Bibliotheken stellten einen eingerichteten PC, außerdem mussten drei TV-Geräte für die Konsolen beschafft werden. Hier halfen die zentralen Serviceabteilungen der Bücherhallen Hamburg.


Ablauf

Zunächst nominierte eine kritische Fachjury 23 Spiele aus knapp 80 Einreichungen, dann testeten über 90 Kinder in 14 Großstadtbibliotheken die ausgewählten Spiele. In Hamburg konnten sich Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren in der Bücherhalle Alstertal oder online über das Bücherhallenportal bewerben. Die Kinder mussten sich mit PC-Spielen gut auskennen und bereit sein, drei Mal für je zwei Stunden zum Testen in die Bücherhalle zu kommen. Zwei Schulklassen nutzten die Möglichkeit zur Teilnahme am Vormittag. Jedes Kind hatte ausreichend Zeit, sich mit den Spielen zu beschäftigen und in einem Bewertungsbogen die wichtigsten Eindrücke festzuhalten. Die Kinder hatten schon ganz genaue Vorstellungen, worauf es bei einem guten Computerspiel ankommt. So sagte der elfjährige Henry: "Es muss spannend und abwechslungsreich sein. Ich mag es, etwas selbst zu erschaffen". Mokhtar, ebenfalls elf Jahre alt, antwortete auf die Frage, welches Spiel einmal erfunden werden müsste: "Ein Spiel, bei dem ich mir einen Helm auf den Kopf setze und dann in eine neue Dimension mit Rittern, Wikingern, Tieren und der Mafia komme". Die Azubis berichten, dass die Veranstaltungen in konzentrierter Atmosphäre verlaufen seien. Nur gelegentlich hätten sie die Kinder sanft zum Ausfüllen der relativ komplexen Bewertungsbögen motivieren müssen. "Für Juroren und Betreuer ist der Spaß nicht zu kurz gekommen", so das positive Fazit der Auszubildenden. Die Bögen gingen an das Büro für Kindermedien von Thomas Feibel und wurden dort zentral ausgewertet.


Preisverleihung

Die Gewinnerspiele des siebten TOMMI wurden am 17. Oktober 2008 auf der Frankfurter Buchmesse unter großem Interesse der Medien vergeben.

Bei den Computerspielen gewannen

  • Platz 1: Die Siedler — Aufbruch der Kulturen
  • Platz 2: 2weistein — Das Geheimnis des roten Drachen
  • Platz 3: Die Sims — Inselgeschichten.

Bei den Konsolenspielen wurden folgende Spiele ausgezeichnet:

  • Platz 1: Mario Kart für die Wii
  • Platz 2: Lego Indiana Jones für PS2 und X-Box 360
  • Platz 3: Wii fit

Den Sonderpreis Kindergarten und Vorschule erhielt V. Smile Pocket für das Spiel Doras Reparatur Abenteuer.


Fazit

Durch die Teilnahme an TOMMI gelang es, wichtige überregionale Medien für die Arbeit der Stadtteilbibliotheken zu interessieren, was mit deren Angeboten sonst leider oftmals nicht ausreichend gelingt: Das ZDF berichtete im Kinderprogramm, Spiegel-Online veröffentlichte regelmäßig zum Thema, und das Hamburger Abendblatt begleitete das Projekt intensiv. Entsprechend groß war das Interesse bei Kindern, sich als Jurymitglied zu bewerben.

Das gemeinsame Spielen und der kritische Austausch über die Computerspiele hat ihnen sehr viel Spaß gemacht, so dass sich der relativ hohe Personalaufwand des Projekts gelohnt hat. Auch in den nächsten Jahren wird TOMMI in der Bücherhalle Alstertal stattfinden und die erworbene Routine wird die Durchführung dann erheblich erleichtern.

Und diese Bibliotheken machten mit: Bücherhalle Alstertal; Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin sowie die dortigen Bezirksbibliotheken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Treptow-Köpenick; Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt; Stadtbüchereien Frankfurt am Main und Ingolstadt; Stadtbibliotheken Leipzig, Leverkusen und München sowie die Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek.

TOMMI - Die Sieger 2011

"Gute Software für Kinder sollte fordernd und fördernd, Spiel und Lernen zugleich sein. Sie sollte die Kinder in ihrer Neugierde und ihrem Hang zum Lernen und Spielen ernst nehmen.

Sie muss Spaß machen und in jenem Sinne anfordernd sein, dass der Spaß und die Lust am Programm lange anhalten.

Gute Software muss auch nicht pädagogisch wertvoll sein, was manchmal langweilig ist, sondern die Kinder in ihrem Denken und Spielen herausfordern." - Zitat von Prof. Stefan Aufenanger, Medienpädagoge.


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