10.01.2012
Im Rahmen des IBA-Projekts "Kunst macht Arbeit" hat der Hamburger Künstler Rupprecht Matthies gemeinsam mit NähGut, der Grone Textilwerkstatt in Hamburg-Wilhelmsburg, das Projekt "Wilhelmsburger Kissen" initiiert.
In diesem beruflichen Integrationsprojekt für Langzeitarbeitslose, die in Wilhelmsburg leben, haben die Teilnehmer aus Worten in ihrer eigenen Sprache sehr kreativ ganz individuelle "Sprach-Kissen" kreiert.
Die eigene Muttersprache, Stoffmuster und bestimmte Formen gehören zur eigenen Identität. Die zahlreichen, verschiedenen Nationalitäten, die auf der Elbinsel wohnen, spiegeln sich in der Vielfalt der Projektergebnisse wieder. So sind mehr als 50 ganz unterschiedliche Kissen entstanden.
Darüber hinaus waren in diesem Gemeinschaftsprojekt viele unterschiedliche Nationalitäten gemeinsam beteiligt. So konnten die Teilnehmer im Arbeitsprozess die kulturellen Besonderheiten der anderen kennen lernen und sich daraus ein erster nationalitätenübergreifender Kontakt entwickeln.
Neben den Wilhelmsburger Kissen "Wörter der Heimat", die zurzeit an den Wänden der Bücherhalle angebracht sind, oder von der Decke herab hängen, zeigt die Ausstellung Fotos, die den Entstehungsprozess der Kunstwerke dokumentieren. Zwei Stellwände, auf denen die Teilnehmer selbst mit kurzen Statements zum Projekt zu Wort kommen, runden die Ausstellung ab. Auch hier zeigt sich in der Bewertung des Projekts erneut die Unterschiedlichkeit der beteiligten Personen.
Einige Beispiele: "Was der Sinn des Ganzen war? Uns zu ärgern – nein, sich mit den anderen Kulturen auseinanderzusetzen". "Zu sehen, das für jeden Heimat das gleiche ist". "Das ist schön geworden, aber mir taten danach die Finger weh". "Ich würde das nie wieder machen". "Bestimmt wäre uns noch mehr eingefallen". "Hätte man schon noch ganz gern ein paar mehr gemacht".
Die sehenswerte Ausstellung kann während der Öffnungszeiten in der Bücherhalle Kirchdorf und der angrenzenden Seniorenbildung betrachtet werden.
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