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Autorenlesung mit Anne C. Voorhoeve in der Bücherhalle Winterhude

08.02.2012

Im Rahmen der Woche des Gedenkens im Bezirk Hamburg-Nord las die Autorin Anne C. Voorhoeve am 8. Februar 2012 in der Bücherhalle Winterhude aus ihrem Buch "Einundzwanzigster Juli". Die aus Berlin angereiste Autorin begrüßte als Zuhörer eine achte und eine zehnte Klasse des Heilwig Gymnasiums.

Anlässlich der Woche des Gedenkens war das Thema Nationalsozialismus im Unterricht ausführlich behandelt worden, so dass die Schülerinnen und Schüler gut auf die Lesung vorbereitet waren. Anne C. Voorhoeve, die in all ihren Jugendbüchern zeitgeschichtliche Themen aufgreift, hat sich diesmal mit dem Schicksal der Familie Stauffenberg auseinandergesetzt.

Buchcover_ Einundzwanzigster Juli

Jeder, der sich mit dem 2. Weltkrieg und der Schreckensherrschaft der Nazis beschäftigt hat, weiß, dass Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Offizier der deutschen Wehrmacht, am 20. Juli 1944 ein missglücktes Attentat auf Hitler verübt hat. Noch in der Nacht des gleichen Tages wurde er gemeinsam mit seinen Mitverschwörern erschossen. Welche Konsequenzen sein Attentatsversuch aber für seine Familie und die Familien der anderen Hingerichteten hatte, ist allerdings weitestgehend unbekannt. Das weckte das Interesse von Anne C. Voorhoeve, die früher Politikwissenschaft studiert hat.  Die Autorin, die immer an den menschlichen Seiten (positiven ebenso wie negativen) in Ausnahmesituationen interessiert ist, begann mit ihrer Recherche.

Ein Jahr lang stand sie mit den Nachfahren Stauffenbergs in Kontakt, führte Gespräche, erhielt Einsicht in private Dokumente und Tagebücher. Sie erfuhr, dass die gesamte Familie in Sippenhaft genommen worden war, das heißt, alle Familienangehörige sollten für die Tat eines Einzelnen bestraft werden, ohne Ausnahme vom Säugling bis zum Greis.

In ihrem Buch veränderte Frau Voorhoeve die Namen der Familienmitglieder, nicht aber deren Geschichte. Nur die 14jährige Erzählerin und deren Mutter sind erfundene Figuren, alle anderen Personen in ihrem Buch orientieren sich an realen Vorbildern.

Mit ihrem packend geschriebenen und fesselnd vorgelesenen Buch zog die Autorin beide Schulklassen in ihren Bann. Mucksmäuschenstill lauschten alle der beklemmenden Geschichte.

Das Wissen, dass es sich bei der Lesung nicht um Fiktion, sondern um die Geschichte unserer Großeltern und Urgroßeltern handelt, löste Betroffenheit aus.

Im Anschluss an die bewegende Lesung nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre Fragen an die Autorin zu richten. Neben den damaligen Geschehnissen galten zahlreiche Fragen auch der  Autorin selbst und ihrer Motivation zum Schreiben.

Am Ende dieses interessanten und informationsreichen Vormittages waren sich alle einig, dass die Zeit wie im Flug vergangen war.


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