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Gebärdetes Vorlesen und mehr - Veranstaltung für gehörlose und hörgeschädigte Kinder in der Kibi

Hörgeschädigte Kinder der Schule Hammer Straße zu Gast in der Kibi

In enger Kooperation zwischen der Kinderbibliothek der Bücherhallen Hamburg und der Schule Hammer Straße, unterstützt vom Gehörlosenverband Hamburg e.V., entstand ein Veranstaltungsangebot zur Leseförderung für gehörlose und hörgeschädigte Kinder, welches am 5. Juni 2009 erstmals mit viel Erfolg in der Kibi durchgeführt wurde.

Das Angebot beinhaltet drei Segmente:

  • Gebärdetes Vorlesen mit Nicole Simon,
  • "Wir stellen ein eigenes Mal- und Fühlbuch her"- unterstützt von den Bibliothekarinnen Sandra Wilcke und Heidi Jakob
  • Gebärdetes Vorlesen in Verbindung mit Bewegungsaktionen, unter der Anleitung der Schauspielerin und Sprechtrainerin Renate Schiffers.

Die insgesamt fast 40 Kinder umfassenden sechs Klassen wurden mit Lehrern und Betreuern in drei Gruppen aufgeteilt. Zur visuellen Unterscheidung der Gruppen erhielt jedes Kind ein Kreppband zum Aufkleben. Die Gruppenzugehörigkeit ergab sich aus den darauf abgebildeten Symbolen und Farben.

Die "rote Gruppe" begann mit Renate Schiffers. Zunächst las sie das Bilderbuch "Katzensprung" von Heinz Janisch vor. Eine Gebärdendolmetscherin stand ihr zur Seite und übersetzte das Gelesene in Gebärdensprache.

Im Mittelpunkt der Geschichte stand ein Junge namens Leo, der eine gefüllte Milchkanne zum Opa bringen soll. Dieser wohnt nur einen "Katzensprung" von Leo entfernt. Auf dem Weg dorthin überlegt Leo, wie weit eine Katze eigentlich springen kann. Oder andere Tiere, zum Beispiel Kängurus? Leo versucht die Tiersprünge nachzumachen, aber als er endlich beim Opa ankommt gibt es ein kleines Problem...

Kinder basteln ein Mal- und Fühlbuch in der Kibi

Nach dem Vorlesen probierten die Kinder auf einer vorbereiteten Fläche mit großer Begeisterung und viel Spaß Kängurusprünge, Flohhüpfer, Zwergen- und Riesenschritte aus So konnten sie ganz aktiv den Inhalt des vorgelesenen Bilderbuchs für sich selbst erfahrbar machen. Außerdem konnte sich aufgestaute Energie nach dem konzentrierten Zuhören und Zusehen bei den Bewegungsspielen kreativ entladen.

Parallel dazu hatten sich die Kinder der "grünen Gruppe" um einen großen Basteltisch versammelt. Hier war Kreativität auf andere Weise gefordert: jedes Kind erhielt vorbereitete Papierseiten und konnte selbst über die weitere Gestaltung seines eigenen Bilderbuchs entscheiden. Auf dem Tisch standen zahlreiche verschiedene Materialien zur Auswahl bereit, zum Beispiel Stoffstücke, kleine Filzrechtecke, flache Holzfiguren und anderes. Zusätzlich fand man hier alles, was man zum Malen und Basteln benötigt: Scheren, Klebe und Buntstifte. Nachdem jeder verstanden hatte, was ein Fühlbuch ist, traten die Nachwuchskünstler mit Feuereifer ihre Aufgabe an.

Die dritte Gruppe hatte sich im Traumhaus der Kibi auf die Sitzkissen gekuschelt. Aufmerksam hingen alle an den Lippen und Händen von Nicole Simon, die das Bilderbuch "Schaf ahoi" gebärdete. Die von den anderen Gruppen abgeschlossene Atmosphäre im Traumhaus trug dazu bei, dass die Kinder nicht abgelenkt waren, sondern sich völlig auf die Geschichte einlassen konnten.

Nach Beendigung des gebärdeten Vorlesens wurden die Gruppen getauscht. Nach Konzentrationsfähigkeit aufgeteilt, nahmen einige Kinder an allen Angeboten teil, andere, deren Konzentration noch nicht so lange ausreichte, verließen die Kibi zufrieden nach zwei Veranstaltungssegmenten.

Die Rückmeldung aller Beteiligten zur Gestaltung des Vormittags war so positiv, dass bereits eine Fortsetzung für das Jahresende geplant wird.

Herzlich bedanken möchten sich die Bücherhallen Hamburg bei Frau Simon. Nicole Simon, selbst gehörlos und Mutter von vier gehörlosen Kindern, gehört zu den Initiatoren dieses Veranstaltungsangebots. Gemeinsam mit Renate Schiffers reiste sie nach Berlin, um sich dort in der Bibliothek über bestehende Konzepte und Kooperationen zu informieren. Ein weiterer Dank gebührt dem Gehörlosenverband Hamburg e.V., der die Dolmetscherkosten übernommen hat!


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