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Jugendliche helfen Grundschülern beim Lesen

"Jugendliche helfen Grundschülern beim Lesen und lernen selbst dabei", mit diesem Arbeitstitel begann am 9. September 2010 ein Wahlpflichtkurs der Stadtteilschule Niendorf, der in Kooperation und überwiegend in den Räumen der Bücherhalle Niendorf stattfand. Nach einigen Wochen der Schulung moderierten 14 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 und 10 insgesamt neun Veranstaltungen mit Grundschülern der ersten und zweiten Klassen der Grundschulen Bindfeldweg, Sethweg und Moorflagen, eine Schülerin betreute eine Lesegruppe in der Grundschule Burgunderweg. In der zurückliegenden Woche fand die letzte Veranstaltung statt, bei der die entscheidende Qualität etwas überrascht: Am wichtigsten für den Erfolg war die Zugewandtheit der Jugendlichen den Grundschüler gegenüber.

Kleingruppe_lesespass_ mit Annkathrin

Für diesen Erfolg gab es einige Voraussetzungen. In zahlreichen Unterrichtseinheiten wurden die Jugendlichen auf ihre Aufgabe vorbereitet, mit Grundschülern zu lesen, eine Gruppe zu führen und zu motivieren. Es wurden gruppendynamische Spiele vorgestellt, die Jugendlichen haben ihre eigene Lesebiographie reflektiert, gemeinsam wurden Bücherkisten gesichtet und Bewertungskriterien für die Auswahl der Medien entwickelt. Die Jugendlichen hatten Raum, sich gegenseitig Bücher vorzustellen und anhand von Bilderbuchkino das Präsentieren zu üben. Wichtig war, sich mit den Fragen der altersangemessenen Lektüre zu beschäftigen und Gesprächsanlässe und kreative Aufgaben zu den Büchern zu finden.

Nika Moftakhari aus der ersten Klasse der Grundschule Sachsenweg meinte: "Besonders gut gefallen hat mir, dass ich alleine vorlesen durfte". Die Jugendlichen haben zu zweit eine Grundschulgruppe übernommen, zu einem Termin kam immer nur eine Schulklasse, sodass immer sechs oder sieben Kleingruppen gebildet wurden, die sich in der Bücherhalle verteilten. Diese Gestaltung gab den Jugendlichen die Möglichkeit, auch in der Kürze der Zeit zu den Kindern einen persönlichen Kontakt aufzubauen. Alle Kinder wiederum hatten Gelegenheit zu lesen oder über das Buch zu sprechen, jedes Kind hatte ein eigenes Buch. Am Ende der Veranstaltung fand regelmäßig eine Feed-back-Runde der Jugendlichen mit den Organisatoren statt, Gelegenheit für Fragen wie: "Was kann ich machen, wenn das Buch nicht passt ?"; "Wie gehe ich mit Auffälligkeiten um?"; "Ich bin für die Kinder ein Vorbild, was heißt das konkret und wie fülle ich die Rolle aus?"

Hannelore Wittig und Michael Braun

Hannelore Wittig, Deutschlehrerin an der Stadtteilschule Niendorf und Michael Braun, Leiter der Bücherhalle Niendorf, haben als Organisatoren das Projekt als Ganzes bei den Jugendlichen abgefragt, insbesondere Gefühle und Eindrücke beim ersten und beim letzten Mal. Deutlich ist anfängliche Unsicherheit gewichen, Selbstbewusstsein durch die übernommene Verantwortung und durch die Anforderung an Zuverlässigkeit und Durchsetzungsfähigkeit gewachsen. Für die Kinder war das Projekt von Wert, weil alle Grundschulen Niendorfs angesprochen und einbezogen wurden. Beide Organisatoren wollen den "Lesespaß" im nächsten Schuljahr fortsetzen, sie sehen es als einen wichtigen Baustein in der Partnerschaft Schule – Bibliothek an und für die Gestaltung der Zusammenarbeit im Rahmen des Ganztagsunterrichts.

 


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