Bücherhalle Dehnhaide: Ein Jahr Barmbek Basch: Ein Stadtteilzentrum auf Erfolgskurs

Kirche, Kultur und Soziales seit einem Jahr unter einem Dach vereint: Mit einem Festakt wurde am Nachmittag des 14. Januar 2011 der 1. Geburtstag des Barmbek Basch gefeiert und positive Bilanz gezogen.

Anne Wiemann und Ulrich Kodjo Wendt

Unablässig strömten Anwohner des Stadtteils ins Barmbek Basch, um den 1. Geburtstag ihres Stadtteilzentrums zu feiern. Die Seniorinnen des Kirchenkreises hatten wieder reichlich und lecker gebacken, Kaffee und Tee standen kostenlos bereit.

Ulrich Kodjo Wendt und seine UKW-Band servierten mit Tango, Balkanrhythmen und Tarantella einen mitreißenden Mix musikalischer Stilrichtungen, der die Gäste in Schwung brachte und gute Laune verbreitete. Heike Gronholz, Koordinatorin im Barmbek Basch und gute Seele des Hauses, begrüßte die Anwesenden und freute sich über die zahlreichen Geburtstagsgäste.

Heike Gronholz, Koordinatorin im Barmbek Basch, am 1. Geburtstag des Stadtteilzentrums

Sie hob in ihrer Rede hervor, dass mit dem Barmbek Basch ein neuer Typ eines Stadtteilzentrums entstanden sei, der Modellcharakter habe und in dieser Zusammensetzung der Einrichtungen bisher in Norddeutschland einmalig ist. In ihrem Rückblick auf 12 Monate Zusammenarbeit zog sie eine sehr positive Bilanz.

Die meisten Einrichtungen konnten ihre Besucherzahlen deutlich steigern, da sie untereinander von den Besuchern der jeweils andern Einrichtung profitieren. KiFaZ und Mütterberatung verzeichnen deutliche Synergieeffekte, die Bücherhalle Dehnhaide hat die Senioren als neue Kundengruppe gewonnen und die Zahl der Neuanmeldungen um 150 % steigern können, die Erziehungsberatung freut sich über einen deutlichen Anstieg der Anmeldungen. In erfolgreichen Kooperationen mit Stadtteilbüro und Bascherie wurden zahlreiche, gut besuchte Veranstaltungen durchgeführt.

Das Konzept hat sich in der Praxis bewährt und wird von den Anwohnern im Stadtteil gut angenommen. Entstanden ist ein "buntes Haus" in dem sich Menschen unterschiedlicher Kulturkreise aus allen Altersgruppen regelmäßig treffen.

Geburtstagsgäste beim 1. Geburtstag des Barmbek Basch

Aber es gibt nicht nur Anlass zur Freude: Infolge der positiven Entwicklung sind die Ressourcen im Personalbereich der Einrichtungen nahezu aufgebraucht. Die Koordination einrichtungsübergreifender Projekte und der notwendige, regelmäßige Austausch untereinander, kosten Zeit, die eigentlich im Arbeitsalltag der Mitarbeiterinnen nicht vorgesehen ist. Dass trotzdem so erfolgreiche Arbeit geleistet wurde, ist dem großen Engagement der Mitarbeiter aller Einrichtungen im Barmbek Basch zum verdanken. Für diese hohe Einsatzbereitschaft sprach Frau Gronholz allen ihren Dank aus.

Es folgten Grußworte von Jutta Vorkoeper, Abteilungsleiterin der Leitstelle für Integrierte Stadtteilentwicklung, und Wolfgang Kopitzsch, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord. Stolz bezeichnete Frau Vorkoeper das Vorzeigeprojekt Barmbek Basch als "Mutter aller Community Center".

In einem Buch sollen nun die Erfahrungen als Anregung für die Entstehung ähnlicher Zentren zusammengefasst werden. Allerdings betonte Frau Vorkoeper, dass es keine Patentrezepte gäbe, da sich jeder Stadtteil in der Zusammensetzung seiner Anwohner und deren Anforderungen unterscheide. Wichtig sei vor allem, die Bewohner des Stadtteils frühzeitig in die Planung und Gestaltung einzubeziehen, damit nicht an den Interessen der eigentlichen Zielgruppen "vorbei geplant" werde.

Wolfgang Kopitzsch, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord

Auch Wolfgang Kopitzsch freute sich über die positive Entwicklung. Er würdigte das Barmbek Basch als Bereicherung des Stadtteils Barmbek und dankte Bürgern und Mitarbeitern für ihr hohes Engagement. "In diesem Haus stehen alle zusammen, um Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Dies muss in einer Gesellschaft so sein und sollte als Vorbild und Beispiel für andere dienen."

Das alles so gut funktioniert sei allerdings kein Wunder, sagte Herr Kopitzsch, denn das Barmbek Basch sei im Sternzeichen des Steinbocks eingeweiht worden, und dem wird ein "ausgeprägtes Harmoniebedürfnis" nachgesagt. Sein weiterer Dank galt den unterschiedlichen Spendern für ihre großzügige finanzielle Unterstützung.

Die UKW-Band spielt anlässlich des ersten Geburtstags des Barmbek Basch

Im Anschluss an die Festreden wurde die großartige UKW-Band noch einmal auf die Bühne gebeten und begeisterte mit ihrem temperamentvollen Spiel das Publikum. Als Anne Wiemann ihr Saxophon gegen die Luftpumpe tauschte und darauf virtuos spielte, war das Publikum restlos begeistert. Das geplante Ende des Auftritts konnte zum Glück durch lautstarke Zugabe Forderungen noch ein wenig hinausgezögert werden...

Im Atrium wurde ein lebendiger Kurzfilm gezeigt, in dem Mitarbeiter und Einwohner des Stadtteils sich dazu äußerten, ob sich ihre mit dem Stadtteilzentrum verbundenen Hoffnungen und Wünsche erfüllt haben. Die Besucher konnten ihre persönliche Einschätzung an der vorbereiteten "Meinungsaustausch-Wand" abgeben.

Der Festakt wurde mit Auszügen aus dem musikalischen Repertoire des Chors Miss Klang stimmgewaltig beendet.