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Bilderbuch - Magic Life

Lucy, Praktikantin (August 2017)

Vor einem Monat habe ich eine Freundin in Kassel besucht; wir schlendern an der Documenta vorbei und leise schleicht sich ein dumpfer, wieder kehrender Beat ins Gehör. Wir folgen dem immer krasser werdenden Bass und dem Gekreische einer gleich in Ohnmacht fallenden Mädels-Meute. Kein Wunder als wir genauso schluckend feststellen, wer da vorne auf der Bühne die Stimmung in den Pegel puschte. Bilderbuch.

Vier Österreicher, die vermute ich ihren Fuß nicht mehr so schnell aus dem Musikgeschäft setzen werden. Denn nachdem ihr drittes Album "Schick Schock" vom Platinstatus kostete, folgte jetzt "bilderbuchstäblich" eine noch grandiosere Platte. "Magic Life" klingt zwar  ziemlich anders wie die Vorgängeralben, aber zeigt damit wie unkommerziell und wandelbar die Jungs sind. Ihr eleganter Pop-Funk macht sich gut nach ihrer lauten deutschsprachigen Punk-Rockmusik zu Klosterschulzeiten. 2005, das Jahr in dem sich die Band gründete und ihre Texte aus Pubertätskravall und Raudigepöbel heraus entstanden.

Mittlerweile sind ihre Lieder viel tiefgründiger, gesellschaftskritischer geworden und bringen die Fassade des ständigen Perfektionismus zum Bröckeln. Sie verlieren sich nicht in Überheblichkeit, was Newcomern wenn sie in Ruhm und Erfolg schwelgen, oftmals zu Nichte machen. Mit ihrem vierten Album hinterfragen sie das "Magic Life" ihrer Generation, die laut eigener Aussage "in ein All-inclusive-Club geboren" wurde. Ein Leben das von Selbstverständlichkeit trieft, in dem das Beklagen Tagesgeschäft ist und Oberflächlichkeit, das Wertschätzen von Macken unmöglich macht.

Ihre Devise "Make love – not war" – Fehler einzufangen, das Direkte, das, was im Moment passiert, zwischen Kabel und Laptop, zwischen Stimme und Mikro, in ein Vakuum zu packen und mit ihrer Musik die Herzen höher schlagen lassen. Das ist den Jungs meiner Meinung nach bestens gelungen.


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