Ein Mann und eine Frau präsentieren ein Buch

Merhawi Fsehaye: "Mein Weg in die Freiheit"

Am 5. Dezember 2018 fand in der Bücherhalle Barmbek eine ganz besondere Lesung statt: Merhawi Fsehaye las gemeinsam mit Co-Autorin Ulla Grün aus seiner Autobiographie "Mein Weg in die Freiheit – Mit 15 Jahren allein auf der Flucht".

Im ersten Teil berichtet er von dem Start seiner Flucht in Eritrea. Gemeinsam mit einem Freund macht er sich auf den Weg, um dem unbefristeten und unmenschlichen Militärdienst zu entfliehen. Um niemanden zu gefährden, kann er sich weder von der Familie noch seinen Freunden verabschieden. Sein Weg führt ihn zunächst in den Sudan, wo er erstmals religiösen Hass erfährt. Er erkennt schnell, dass es dort keine Zuflucht für ihn gibt und plant gemeinsam mit seinem Cousin, nach Europa zu gehen. Seine gefährliche Flucht führt ihn über Libyen und das Mittelmeer, wo er von einem Rettungsschiff gefunden wird. Im letzten Abschnitt der Lesung berichtete er von seiner Ankunft in Hamburg.

Bereitwillig beantworteten Merhawi Fsehaye und Ulla Grün am Ende alle Fragen. Im Anschluss gab es die Möglichkeit, das Buch zu erwerben und von den Autoren signieren zu lassen. Die Bücherhalle Barmbek erhielt eine Ausgabe geschenkt, die ab sofort im Bestand zu finden ist.

"Eigentlich weiß man das ja alles, aber wenn Merhawi Fsehaye seine Geschichte persönlich erzählt, ist es noch erschütternder. Wenn man den jungen Mann dort vorne sitzen sieht, ist es schwer sich vorzustellen, was er alles erleben musste", meinte eine sichtlich bewegte Zuhörerin beim Abschied.

Die Lesung wurde in Kooperation mit dem Projekt "Zimmerfrei - Wohnraum für unbegleitete minderjährige Geflüchtete" der Lawaetz-wohnen&leben gGmbH veranstaltet. "Zimmerfrei" möchte mit der Vermittlung von Zimmern und kleinen Appartements jungen Geflüchteten ein gutes Ankommen und Einleben in Hamburg ermöglichen. Die Umsetzung des Projektes erfolgt im Auftrag der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration.