E-Book-Reader lehnt an einem Bücherstapel

#Buchist Buch

Der Deutsche Bibliotheksverband dbv e.V. fordert in einem Offenen Brief vom 22. Januar 2021 die Abgeordneten des Deutschen Bundestags auf, gesetzlich zu verankern, dass das Verleihen von eBooks den gleichen Regelungen unterliegt wie das Verleihen physischer Medien.

Die Aufgabe von Bibliotheken ist es, allen Menschen Zugang zu Informationen, Bildung und Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen, unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, Glaubenszugehörigkeit und Einkommen. Daher ist im Urheberrecht geregelt, dass Öffentliche Bibliotheken das Recht haben, alle Werke, die mit Zustimmung des Rechteinhabers im Gebiet der EU auf den Markt kommen, für den Verleih zu erwerben. Von Bund und Bundesländern wird seit den 60er Jahren dafür eine Ausgleichszahlung an die Urheber, die sogenannte Bibliothekstantieme, entrichtet. Diese deckt digitale Medien wie eBooks nicht ab.

Die Folge: Öffentliche Bibliotheken können diese Medien zum Teil gar nicht oder erst mit sehr deutlicher Verzögerung zur Verfügung stellen. Bis zu 70 Prozent der Sachbücher auf der Spiegel-Bestseller-Liste sind zum Beispiel erst Monate später für Bibliothekskund*innen ausleihbar.

Gerade während der Corona-Pandemie hat die digitale Nutzung noch einmal ganz besonders an Bedeutung gewonnen. Es wäre jetzt wichtiger denn je, die gesetzlichen Regelungen so anzupassen, dass sie gleichermaßen für gedruckte Bücher und eBooks gelten.

Umso unverständlicher ist es, dass in die Vorlage für den Gesetzentwurf zum Urheberrechtsgesetz durch die Bundesregierung erneut keine Rechtsgrundlage für die Ausleihe von eBooks eingearbeitet wurde. Die Interessen aller wählenden Bibliothekskund*innen wurden damit nicht berücksichtigt.

Ausführliche Informationen und den Offenen Brief finden Sie hier.