Till Raether liest

Die Lange Nacht im Bücherbus

6 Bücherhallen beteiligten sich in diesem Jahr an der 7. Langen Nacht der Literatur. Auch der Bücherbus hatte am Abend des 5. September zur Lesung geladen.

Zentral in der Hamburger City, neben der Rindermarkthalle auf St. Pauli, bot hinter dem Bücherbus ein weißes Zelt einem, Corona-bedingt kleinen, exklusiven Besucherkreis, Plätze für die Lesung mit Till Raether. Der hatte gern zugesagt, unter anderem auch, weil ihn der Bücherbus an seine Kindheit in Berlin erinnert, wo er gegenüber der Garage der Berliner Fahrbibliothek aufwuchs.

Der sympathische Journalist und Autor, der vielen als Krimi-Autor und Schöpfer des kauzigen Ermittlers Adam Danowski bekannt ist, las an diesem Abend aus seinem Buch "Ich werd dann mal …Nachrichten aus der Mitte des Lebens". Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Essays und Kolumnen, die der Autor für die Zeitschrift Brigitte Woman verfasst hat. Klug, warmherzig und humorvoll setzt er sich darin mit Alltagsthemen auseinander, die so oder ähnlich jedem von uns bekannt sind.

Wurden auch Sie schon beim Kauf von Fast Food mit der Frage "Soll das warm?" konfrontiert? Nein? Dann haben Sie wahrscheinlich noch nie ein Stück Pizza bei einer bekannten Kette am Altonaer Bahnhof gekauft. Till Raether gewährte eine ganz neue Sicht auf diese Art der Ernährung. Weitere Texte beschäftigten sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen, verborgenen Minenfeldern im Eheleben und dem Wunsch manchmal seinem hektischen Alltag zu entfliehen.

Neue Erkenntnisse konnte man auch über das "Mann-Sein" gewinnen. Glaubt man Till Raether, so ist nicht das Y-Chromosom dafür verantwortlich, dass Männer statistisch betrachtet früher sterben als Frauen. Vielmehr ist dieser Umstand der Tatsache geschuldet, dass Männer sehr häufig ihr Leben riskieren - nur damit sie vor ihren Freunden nicht als Memmen dastehen. Diese Theorie belegte er eindrucksvoll mit einer sehr persönlichen Surf-Geschichte.

Man hätte ewig weiter zuhören können, aber am Ende der unterhaltsamen Lesung gab es zum Glück die Möglichkeit, das Buch zu kaufen und von Till Raether signieren zu lassen.