Lesung und Gespräch mit Friedrich Dönhoff

Friedrich Dönhoff: "Heimliche Herrscher"

Bereits zum 4. Mal präsentieren die Bücherhallen Barmbek und Dehnhaide in diesem Jahr den Barmbeker Krimi-Herbst. Am Abend des 1. Dezember 2017 las der Hamburger Autor Friedrich Dönhoff in der gut besuchten Bücherhalle Dehnhaide im Barmbek Basch aus seinem aktuellen Kriminalroman "Heimliche Herrscher".

Häufig wird Friedrich Dönhoff auf seine Verwandtschaft mit der berühmten Publizistin Marion Gräfin Dönhoff angesprochen. Humorvoll erzählte er aus der Zeit, in der er als junger Mann mit seiner damals 80jährigen Großtante in ihrer Blankeneser Villa zusammen wohnte. Trotz des großen Altersunterschieds verband beide eine, von großer Zuneigung geprägte Freundschaft. "In den Gesprächen und Diskussionen mit ihr habe ich sehr viel gelernt" erklärte der Autor.

Friedrich Dönhoff begann seine Autorenlaufbahn mit dem Schreiben von Biografien. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört "Die Welt ist so, wie man sie sieht - Erinnerungen an Marion Dönhoff". Aber Lust einmal einen Krimi zu schreiben, hatte er schon lange. Ihn reizte es, in andere Milieus einzutauchen und sich damit zu beschäftigen, wie sich Menschen in Ausnahmesituationen verhalten. Also erschuf er Kommissar Sebastian Fink und ließ ihn 2008 erstmals in "Savoy Blues" ermitteln.

In seinem aktuellen 4. Band versetzt eine Mordserie, die zunächst kein erkennbares Motiv aufweist, die Hamburger Bevölkerung in Angst und Schrecken. Dabei wollte Kommissar Fink eigentlich mit seiner neuen Freundin in den Urlaub fahren. Stattdessen muss er nun herausfinden, welche Gemeinsamkeiten es zwischen den unterschiedlichen Toten gibt, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Nachdem im voran gegangenen Krimi "Seeluft" das Thema Umwelt im Mittelpunkt stand, geht es diesmal um Menschenhandel, Prostitution und die Flüchtlingsdebatte. Hochaktuelle und brisante Themen, die der Autor geschickt und spannend miteinander verknüpft.

Natürlich wurden die geschickt ausgewählten Textpassagen immer dann beendet, wenn es gerade richtig spannend wurde. Gut, dass Ulrich Hoffmann wieder mit einem Büchertisch dabei war, an dem es natürlich auch den aktuellen Band zu kaufen gab. So konnte man zuhause gleich weiterlesen. Und ein vom Autor signiertes Buch ist auch ein schönes Weihnachtsgeschenk...