Filmfestspiele von Cannes

Dämonen und Wunder – Dheepan

Gewinner der Palme d"Or 2015. Ein tamilischer Unabhängigkeitskämpfer, eine Frau und ein verwaistes Kind geben sich als Familie aus, um dem Bürgerkrieg Sri Lankas zu entfliehen und in Frankreich Asyl zu erhalten. Dort geraten sie in einer Pariser Banlieu allerdings in einen neuen Bürgerkrieg, den der Banden. Regisseur Jacques Audiard ist ein sehenswertes, bewegendes Drama gelungen, über die Flüchtlingsproblematik und Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

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Winterschlaf – Kis uykusu

Goldene Palme 2014. Ex-Schauspieler Aydin führt ein Hotel in Kappadokien. Als der Winter anbricht und Gäste ausbleiben, kommt es zu Auseinandersetzungen mit seiner jüngeren Frau und seiner geschiedenen Schwester. Zudem spitzen sich Konflikte mit Dorfbewohnern zu. Im Zentrum des Films steht jedoch weniger die Handlung als lange philosophisch-psychologische Dialoge. Wer die Geduld dafür nicht aufbringt, sollte den Film meiden; wer die Geduld aufbringt, wird mit wundervollen Landschaftsaufnahmen und einem universell wahren Beziehungsdrama belohnt.

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Höhere Gewalt

Un Certain Regard Prix du Jury 2014. Bei vermeintlicher Lawinengefahr im Skiurlaub ergreift ein Ehemann die Flucht statt Frau und Kindern beizustehen. Der schwedische Regisseur Ruben Östlund erzählt meisterhaft, welche tiefen Risse dieses alptraumhafte Erlebnis bei dem Paar hinterlässt und welche Verunsicherung die beiden Kinder nach dem Lawinenabgang ergreift.

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