Lesen im Freien

Colson Whitehead: Underground Railroad

Katharina Gust, Zentralbibliothek:

Für mich ist "Underground Railroad" eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe. Das scheint nicht überraschend. Es wurde 2017 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Barack Obama bezeichnete das Buch als "umwerfend" und als eine "Erinnerung wie sich der Schmerz der Sklaverei über Generationen hinweg überträgt, nicht nur auf offenkundige Weise, sondern wie er Geist und Herz verändert".

Erzählt wird die Geschichte der Sklavin Cora, die mit 17 Jahren die Flucht von der Baumwollplantage wagt, auf der sie geboren, geschlagen und gefoltert wurde. Mit Hilfe der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven, reist sie durch verschiedene Bundesstaaten der USA. Jede ihrer Stationen birgt neue Gefahren, aber auch die Hoffnung auf Freiheit.

Colson Whitehead schildert die Geschichte der Sklaverei schonungslos, in all ihrer Brutalität und Grausamkeit. Das ist nichts für schwache Nerven. Aber ein Muss für jeden, der zu verstehen versucht, warum der Rassismus in den USA bis heute so tief verwurzelt ist.

Nicht nur als eBook sondern auch als Buch, CD und eAudio im Bestand.

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Chloe Benjamin: Die Unsterblichen

Stefanie Wilken, Zentralbibliothek:

Bewegende Geschichte über vier Geschwister im New York der 1960er Jahre. Die vier gehen aus Neugier zu einer Wahrsagerin, die ihnen ihr Todesdatum vorhersagt. Was macht dieses "Wissen" mit den Geschwistern? Mit Simon, dem Jüngsten, der als Erster mit 20 Jahren sterben soll? Mit Klara, die unbedingt möchte, dass ihr Lieblingsbruder die wenigen Jahre, die ihm bleiben könnten, glücklich und ausgelassen verleben kann? Mit Daniel, dem Bruder, der auf die Idee mit der Wahrsagerin kam und sich dies nie verzeihen kann? Und mit der ältesten Schwester Varya, der das längste Leben vorausgesagt wird und die sich deswegen ihren Geschwistern gegenüber schuldig fühlt und ihr Leben in feste Regeln packt, damit ja nichts passieren kann, was ihr Todesdatum verändern könnte? Und zum Schluss bleibt die Frage, wie wir selbst leben und die Zeit nutzen würden, wenn wir den Tag wüssten, an dem wir sterben?

Der Titel ist auch als Buch und eAudio im Bestand.

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Alexander McCall Smith: Tea Time for the Traditionally Built

Conny Preira, Portal und Digitale Dienste:

Precious Ramotswe, die erste und einzige Detektivin in Botswana und Gründerin der "No. 1 Ladies' Detective Agency" ist "traditionell gebaut". Und damit ist sie, ebenso wie ihr Ehemann Rra J.L.B. Matekoni, sehr zufrieden.

Mit Mma Ramotswe präsentierte Alexander McCall Smith 1999 eine neue Serienheldin, die sich seitdem ständig wachsender Beliebtheit erfreut. In inzwischen mehr als 20 Bänden hat sie klug, mit Menschenkenntnis und viel Herz ermittelt. Immer an ihrer Seite Mma Makutsi, die mit 97% als Jahrgangsbeste die Sekretärinnenschule abgeschlossen hat, was sie gern bei jeder sich bietenden Gelegenheit erwähnt.

Die "Fälle", die dieses ungleiche Duo zu lösen hat, sind eher unspektakulär: es geht um Vermisste, die aufgespürt werden sollen, rätselhafte Todesfälle in einem Krankenhaus und untreue Ehepartner. Was die Bücher so lesenswert macht, ist die Art wie sie geschrieben sind. Land und Leute werden mit viel Herzenswärme skizziert, der Wandel traditioneller Werte wird thematisiert und man nimmt teil an den persönlichen Entwicklungen der Protagonisten. Zwischen den Zeilen wird unaufdringlich die Botschaft vermittelt, dass es oft die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen.

Ich ertappe mich beim Lesen häufig dabei, dass ich mit einem Schmunzeln aus der Geschichte in meinen Alltag zurückkehre.

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