Neue Buchempfehlungen

Radomir Jakubowski: Workshop Naturfotografie vor der eigenen Haustür

Sandra Wilcke, Bibliothekarin in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg:

Warum in Zeiten von Social Distancing nicht das eigene Hobby vertiefen? Wenn Sie also Hobby-Fotograf/In sind oder werden wollen und Interesse an Naturfotografie haben, dann kann ich Ihnen diesen Titel empfehlen. Er besticht neben dem bekannten und renommierten Naturfotografen Radomir Jakubowski als Verfasser, gut verständlichen Erläuterungen, reich bebilderten Anleitungen sowie einer guten Zusammenstellung relevanter Themen auch damit, dass es um die Naturfotografie direkt vor Ort geht.

Die Intention von Jakubowski, der ebenfalls aktiver Naturschützer ist, ist es, den Leser zu unterstützen "in der eigenen Handschrift wunderbare Bilder" zu machen, ohne dafür (lange) Reisen zu unternehmen. Schwerpunkt des Titels sind 70 Mini-Workshops, die jeweils Schritt für Schritt das Vorgehen bei der Bildaufnahme, zum Beispiel von Sonnenstrahlen im Nebel, kurz und präzise benennen und aus einem Vorbereitungs- und einem Umsetzungsteil bestehen. Dazu ein aussagekräftiges Bild und alles auf einer Doppelseite. Die Workshops sind inhaltlich in die Kapitel Workshop Landschaft, Workshop Tierfotografie und Workshop Makrofotografie sowie Atelier Natur gegliedert. Dadurch kann sich der Leser schnell auf die für ihn interessanten Bereiche konzentrieren. Vervollständigt wird der Titel unter anderem durch Kapitel zur Ausrüstung, zur Aufnahmetechnik und Bildgestaltung. Der Titel fesselt insbesondere durch die hervorragenden Aufnahmen und motiviert durch die klaren Anleitungen. Für Anfänger und Profis.

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Folko Kullmann: Hoch das Beet!

Sandra Wilcke, Bibliothekarin in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg:

Selbstversorgung im Garten oder auf dem Balkon liegt seit einigen Jahren im Trend. Und dieses Jahr sollte es auch endlich bei uns mit einem Hochbeet losgehen. Als Hochbeet-Neuling habe ich mir in Vorbereitung verschiedene Titel in der Onleihe zum Gärtnern im Allgemeinen und speziell zum Hochbeet angesehen. Empfehlen kann ich vor allem "Hoch das Beet!" von Folko Kullmann. Es ist gut strukturiert, sehr anschaulich geschrieben und die reichliche Bebilderung unterstützt die leichte Verständlichkeit.

Umfassend geht der Autor, ein promovierter Gartenbauingenieur und erfolgreicher Autor auf dem Gebiet des Gartenbaus, im ersten Abschnitt auf die zahlreichen Möglichkeiten und Materialien ein, die bei der Anlage eines Hochbeetes in Betracht gezogen werden können und erklärt Schritt für Schritt den Bau verschiedener Hochbeet-Typen. Es folgt das Kapitel "Selbstversorgung mit dem Hochbeet", in dem es unter anderem um Fragen zur Artenwahl, zur Anbau-und Mengenplanung, zur Fruchtfolge geht und die Verträglichkeit der Sorten untereinander herausgestellt wird. Innerhalb dieses Abschnitts wird die empfehlenswerte Anlage der Beete "Salate und Blattgemüse", "Wurzel- und Kohlgemüse" sowie "Tomaten und Co" vorgestellt. Inhalt des nachfolgenden Kapitels "Anbaupraxis durch das Jahr" ist das Gärtnern nach den phänomenologischen Jahreszeiten. Für die drei zuvor beschriebenen Beete wird für jede der 10 Jahreszeiten (Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling usw.) erklärt, welche Tätigkeiten und Arbeitsschritte jeweils erforderlich sind. Das Buch schließt mit Hinweisen zu Problemen und Kulturfehlern sowie einer Auflistung von Bezugsquellen. Ein empfehlenswerter Titel für Anfänger und diejenigen, bei denen es mit dem Hochbeet noch nicht so richtig klappt. Viel Vergnügen mit dem Buch und der Umsetzung.

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Silvia Appel: Indoor Gardening – Kreativ gärtnern und ernten das ganze Jahr

Fiona Skrzetzka, Fachangestellte in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg:

Selbstversorgung in der Stadt? In meiner Wohnung? Ohne Balkon? Ohne Garten? Das ist doch gar nicht möglich! Wie soll man in einer kleinen Wohnung frische Radieschen, Basilikum, Chili, Knoblauch und andere Gemüse- und Gewürzsorten züchten? Das waren einige von den Fragen die auftauchten, als ich damit anfing darüber nachzudenken mir selbst in meinen bescheidenen 4 Wänden eine kleine Selbstversorger-Oase einzurichten. Die Antworten dazu fand ich in dem Buch "Indoor-Gardening" von der Garten-Bloggerin Silvia Appel, auch bekannt als Garten Fräulein. Ein super Einsteigerbuch! Mit kreativen Ideensammlungen, für den perfekten Platz in der Wohnung und hilfreichen und simplen DIY-Anleitung zum Bauen von Pflanzengefäßen und anderen Unterbringungsmöglichkeiten, gehört die Ausrede "in meiner Wohnung ist aber kein Platz dafür" der Vergangenheit an!

Woher bekomme ich das Saatgut? Welche Pflanze benötigt welche Pflege? Wie ernte ich richtig? All diese Fragen finden in diesem Buch ihre Antworten. Und so kann man bald mit all den Tipps seine eigenen Spinat, Ingwer, Knoblauch, Basilikum und Co. ernten und verwenden. Am Ende des Buches warten noch kreative Rezeptideen, in denen die selbstgezüchteten Gemüse- und Gewürzsorten gleich zum Einsatz kommen können!

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Plooij, Frans X.: Oje, ich wachse!

Sandra Wilcke, Bibliothekarin in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg:

Ein wichtiger Titel für frisch gebackene Eltern: Das überarbeitete Standardwerk der renommierten Psychologen Dr. Hetty van de Rijt und Dr. Frans X. Plooij skizziert die Wachstumsphasen in der geistigen Entwicklung jeden Babys. Ihren Erkenntnissen zufolge durchleben alle Babys in den ersten 14 Lebensmonaten acht große "Sprünge" in ihrer geistigen Entwicklung. Diese erfolgen im gleichen Rhythmus und sind somit vorhersehbar. Die Autoren zeigen, wann diese Sprünge zu erwarten sind, was während dieser Zeit im Baby vorgeht und wie die Eltern ihm in dieser schwierigen Zeit, die häufig als Krisenzeit wahrgenommen wird, helfen können.

Als frische Eltern mag man möglicherweise die Auswirkungen der geistigen Entwicklung seines Babys unterschätzen. Es sind Phasen "in denen seine vertraute Welt kopfsteht" – das macht dem Baby Angst. Umso verständlicher, dass diese Phasen häufig mit Unruhe, Weinen, einem größeren Nähebedürfnis o.ä. verbunden sind. Diese Zeiten führen häufig auch zu einer Verunsicherung bei den Eltern, die sich fragen, ob sie etwas falsch gemacht haben. Hier bietet das Buch eine gute Unterstützung. Es erklärt, was sich gerade bei ihrem Kind verändert und gibt Hinweise, wie man damit umgeht. Alleine das Wissen, dass sich das Baby gerade in einem – zeitlich begrenzten – Sprung befindet, kann bereits dazu beitragen, die Situation etwas gelassener zu sehen.

Mir persönlich war die Menge der abgedruckten Elternzitate etwas zu viel, aber das mag für andere gerade interessant sein. Ansonsten ein nach wie vor sehr empfehlenswerter Titel, den es neben den Printausgaben in der Onleihe auch in der erweiterten Ausgabe "20 Lebensmonate und 10 Sprünge" gibt.

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