Bücherhalle Eidelstedt "Neunauge" - Krimilesung mit Till Raether

11.12.2017

Wie verbringt man am besten einen nass-kalten Abend in der Vorweihnachtszeit? Entweder mit einem warmen Tee auf dem Sofa - oder bei einer Krimilesung!

Autor und Journalist Till Raether

Etwa 50 Frauen und Männer hatten sich am 8. Dezember 2017 für die zweite Variante entschieden und zur 3. Hamburg-Krimi-Lesung in der Bücherhalle Eidelstedt eingefunden.

Eine gute Entscheidung, denn an diesem Abend las der Hamburger Journalist und Autor Till Raether in einer Kooperationsveranstaltung der Buchhandlung Heymann und der Bücherhalle Eidelstedt aus seinem aktuellen Kriminalroman  "Neunauge".

Während die Besucher aufmerksam lauschten wurde ihnen langsam warm, denn der Roman spielt im heißen Hamburger Sommer 2017.  "Dichterische Freiheit" nennt man das wohl - und hohe Schriftstellerkunst, gepaart mit gutem Vorstellungsvermögen, denn das Buch wurde im Winter des vergangenen Jahres geschrieben. "Wenn Sie den Sommer 2017 in Hamburg vermisst haben - er ist in dem Buch" erklärte der Autor mit einem verschmitzten Lächeln.

Till Raether freute sich, sein im Oktober erschienenes Buch zu präsentieren, denn "Schreiben ist ein einsames Geschäft und es ist eine schöne Belohnung, wenn man dann wieder auf erwachsene Gesprächspartner trifft". Nach einem launigen Einblick in seinen Schriftstelleralltag und einer kurzen Einführung in die wichtigsten Figuren des Romans, trug Till Raether die erste Lesepassage vor. 

Buchcover _Neunauge_

In den Kellern von zwei Hamburger Schulen in den Stadtteilen Tonndorf und Othmarschen, werden mumifizierte Tote gefunden. Die überforderte Polizei bittet den populären Fallanalytiker Martin Gaitner um Unterstützung. Kommissar Danowski kann den Wichtigtuer nicht ausstehen und zweifelt an dessen Theorie, dass ein zu Schulzeiten Traumatisierter der Täter ist. In seinem 4. Fall ermittelt Adam Danowski in einer von Panik geschüttelten Stadt. Keller werden durchsucht und Schüler beurlaubt. Da hilft es auch wenig, dass seine jüngste Tochter von den Sonderferien, die sie als "Leichenfrei" bezeichnet, begeistert ist. Am Ende steht eine Entdeckung, die die Ermittler in einen Abgrund blicken lässt.

Der Autor ist ein guter Vorleser und ein unterhaltsamer Erzähler. Amüsant berichtete er von seinen Recherchen an Hamburger Schulen, vermittelte Wissenswertes über Mumifikation und beantwortete gut gelaunt die Fragen des Publikums.

Eine gelungene Veranstaltung, die schon Vorfreude auf das nächste Buch weckt, an dem Till Raether gerade schreibt. Und auch wenn viele der Ansicht sind, das Krimischreiben nehme zurzeit überhand - schön war es doch und die Lektüre dieses Krimis lohnt sich!