Lesung in der Bücherhalle Harburg

"Buntland" - Autorenlesung mit Oliver Lück

So unterschiedlich wie Menschen, so unterschiedlich sind auch ihre Lebensentwürfe. Abseits von vorgegebenen Regeln und Grenzen gibt es viele, die mutig genug sind, ihre Lebensträume zu verwirklichen. Wohl wissend, dass sie "gegen den Strom schwimmen" und häufig als Andersdenkende ausgegrenzt werden, wenn sie aus der Norm ausbrechen, entscheiden Sie sich trotzdem, ihren Lebensweg nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Der Journalist, Fotograf und Autor Oliver Lück ist ständig auf der Suche nach Geschichten von interessanten Menschen. Zwei Jahre reiste er durch Deutschland und kam in dieser Zeit mit vielen Frauen und Männern ins Gespräch. 16 Geschichten von Menschen aus 16 Bundesländern hat er ausgewählt und in seinem im September erschienenen Buch "Buntland" veröffentlicht. Am Abend des 27. November 2018 präsentierte er dem erwartungsvollen Publikum in der Bücherhalle Harburg einige Textauszüge.

In einem gelungenen Mix aus Gespräch und Lesung, eingespielten Interview-Passagen, Fotos zur Veranschaulichung und musikalisch unterlegt, bot der sympathische Autor, der selbst kein ganz alltägliches Leben führt, interessante Einblicke in das Leben ganz unterschiedlicher Personen.

Zum Beispiel erzählte er von Hans, der als Junge durch den Mauerbau zum ersten Mal mit einer Grenze konfrontiert wurde, die er nicht akzeptieren konnte. Mit 11 Jahren unternahm er gemeinsam mit einem Freund, den ersten Fluchtversuch. Der Verlauf seines weiteren Lebens zeugt von einem unbeugsamen Willen, seine Erlebnisse würden, wie Oliver Lück bemerkte, auch für drei Leben reichen.

Ilona kam aufgrund gesundheitlicher Probleme, ausgelöst durch Chemikalien in Putzmitteln, auf die Idee, ein Reinigungsmittel ohne Chemie selbst herzustellen. Mit Unterstützung ihres Sohnes entstand aus den Experimenten schließlich Beeta, ein pflanzliches Reinigungsmittel auf der Basis von Roter Bete.

Frank, der "Herr der Dinge", lebt in einer alten Wassermühle, wo er sein Land ökologisch bewirtschaftet. Außerdem ist er Sammler und Bewahrer - unter anderem besitzt er mit 1000 Exemplaren die größte Mausefallensammlung in Deutschland.

Josef Heeg lebt seinen Leitspruch "Nicht nur reden, einfach mal machen". Als er auf drei Rumänen trifft, die auf dem Weg zurück in ihre Heimat mit ihrem Wagen liegen geblieben sind, überlässt er ihnen sein eigenes Auto. Obwohl sich die Nachbarn vielsagend an die Stirn tippen, wird sein Glaube an das Gute im Menschen nicht enttäuscht.

So unterschiedlich die vorgestellten Menschen sind, es gibt eine Gemeinsamkeit: ihre Geschichten zeigen, dass Deutschland bunt und vielfältig ist. Und diese Vielfalt ist für alle bereichernd, die neugierig geblieben sind und offen für andere Blickwinkel.

Vielen Dank Herr Lück für dieses Buch und die anregende Veranstaltung.