Ein beschriebener Zettel und ein Stift

Schreibwerkstatt für Jugendliche

Die Schreibwerkstatt für Jugendliche bietet nicht nur Raum, um sich bereits geschriebene Geschichten gegenseitig vorzustellen. Mit Hilfe von Schreibspielen entstanden direkt vor Ort in der Jugendbibliothek kleine Stories. Dabei müssen keine Meisterwerke entstehen, es geht einfach nur um den Spaß am Schreiben. Die meisten Geschichten werden alleine geschrieben und anschließend vorgelesen. Es gibt aber auch einige Versionen bei denen in der Gruppe ein Ergebnis entsteht, wobei die Stories nie so enden, wie man ursprünglich dachte.

Eines dieser Schreibspiele ist der "Genre-Mix". Es wird ein Genre vorgegeben und jeder beginnt eine Geschichte zu schreiben. Nach einiger Zeit wird gestoppt und die angefangenen Geschichten reihum weitergegeben. Nun führt die nächste Person die Geschichte fort, allerdings in einem anderen Genre. Dieses Mal wurden die Genren Science-Fiction, Märchen und Horror gewählt.

Eine kleine Kostprobe gefällig? Dann lest hier weiter:

Der Welt ging es schon wieder schlechter. Man sollte meinen, die Menschheit würde aus ihren Fehlern lernen, doch hier war sie: Nahe an der Zerstörung ihres dritten Planeten. Vielleicht war auch die Nachricht, die seit ein paar Jahren anfing zu kursieren, teilweise Schuld an dem schnellen Ableben des Planeten. Vier neue bewohnbare Planeten waren entdeckt worden, das macht sieben neue Heimaten zu zerstören. Die UN versuchte schon gar nicht mehr, den Fortschritt aufzuhalten. Und die NASA kam immer öfter in die Verlegenheit, den Menschen Rede und Antwort zu stehen. Dabei hatten sie doch extra diesen Job erwählt, um so wenig mit Menschen zu reden wie möglich, außer es gab etwas zu feiern. Neue Planeten waren mittlerweile keine gute Sache mehr. Aber sie waren gesetzlich verpflichtet, solche Entdeckungen sofort zu präsentieren…  Das heißt, ab einer bestimmten Größe. Der Menschheit nutzte ein Zwergplanet rein gar nichts. All jenen bei der NASA hingegen, erschien dies der letzte Ausweg.

Auf einem Zwergplaneten hinter sieben großen Planeten, entdeckte eine Astronautin ein Dorf. Ein kleines Dorf. In diesem Dorf gab es sieben Häuser. In diesen Häusern lebten je sieben kleine, grüne, haarige Männchen. Als die Astronautin sie sah, liefen sie singend in eine Mine mit seltenen Weltall-Erzen. Die Astronautin war von der Reise müde und ging in eines der sieben Hüttchen. Dort fand sie einen gedeckten Tisch und aß von den sieben Tellerchen. Mit ihrem Anzug überprüfte sie die Atmosphäre. O2-positiv, meldete eine Computerstimme. Sie zog den Anzug aus legte sich in die Bettchen. Sie schlief schnell in den bequemen Betten ein.

Mitten in der Nacht schreckte die Astronautin aus einem tiefen, traumlosen Schlaf hoch. War das etwa ein Schrei gewesen? Hatte da etwas ans Fenster geklopft? Und wieso waren die grünen Männchen noch nicht aus ihrer Mine zurückgekehrt? Oder waren sie es etwa, die der Astronautin feindlich gesinnt draußen diese Geräusche machten?

Zitternd stand sie auf und machte ein paar vorsichtige Schritte Richtung Fenster. Etwas knallte gegen die Scheibe und verschwand im gleichen Moment wieder. Das Glas vibrierte noch vom Aufprall. Die Astronautin unterdrückte einen Schrei und zog ihren Schlagstock aus dem Raumanzug, der noch auf dem Boden lag. Sie öffnete die Tür und verließ die Hütte.
Draußen auf der Wiese stand ein Ungetüm, grün, haarig, mit Tentakeln, das wohl mal die sieben grünen Männchen gewesen waren. Es starrte sie aus blutunterlaufenen Augen an. Dann sprang es mit einem Satz auf sie zu und sie wusste, dass sie im Kampf keine Chance hatte. Sie drehte sich um, rannte zurück in die Hütte und schlug die Tür hinter sich zu. Verzweifelt riss sie das Funkgerät aus dem Raumanzug und kontaktierte das Mutterschiff. "Dieser Planet… Er ist nicht unsere Rettung." Das Monster brach durch die Tür. "Er ist unser Verderben." Weiter kam die Astronautin nicht.