Ausstellung auf dem Stübenplatz in Wilhelmsburg

Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus zeigt das Netzwerk gegen Rechts Wilhelmsburg, dem auch die Bücherhallen Kirchdorf und Wilhelmsburg angehören, die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" als Performance-Aktion an unterschiedlichen Orten auf den Elbinseln. Zusätzlich kann eine digitale Führung bis 31. März per E-Mail gebucht werden. Durch die Ausstellung führen extra dafür ausgebildete Schüler*innen-Coaches des Helmut-Schmidt-Gymnasiums.

Von 2000 bis 2007 ermordete der NSU bundesweit neun Menschen mit Migrationsgeschichte und eine Polizistin – die Aufklärung der Verbrechen dauerte jedoch viele Jahre. Diese Ausstellung, stellt die Biografien der Opfer, ihre Familien, ihre Wünsche und Träume in den Mittelpunkt und setzt sich mit der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen der neonazistischen Terrorgruppe im November 2011 auseinander. Auch die Attentate von Halle (2019), Hanau (2020) und der Mord an Walter Lübcke (2019) werden im Kontext rassistisch motivierter Morde thematisiert.

Die digitale Ausstellungseröffnung fand am Sonntag, 21. März 2021, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, statt. Knapp 80 Personen schalteten sich per Zoom zu und lauschten der Einführung durch Ausstellungsmacherin Birgit Mair und dem Gespräch mit der jüngeren Schwester des Hamburger Mordopfers Süleyman Taşköprü, der 2001 in seinem Obst- und Gemüseladen in Bahrenfeld ermordet wurde. Sie berichtete in ergreifender Weise von der jahrelangen Unklarheit über die Hintergründe der Tat, der pauschalen Vorverurteilung durch Polizei und Medien und dem Schmerz der Familie.

Die Akteure des Netzwerk gegen Rechts Wilhelmsburg bieten in den nächsten Wochen noch weitere Veranstaltung an. Infos dazu

Das nächste Online-Highlight ist am Donnerstag, 01.04.2021, um 20 Uhr. Die Autorin, Journalistin und Aktivistin Kübra Gümüşay liest aus ihrem Buch "Sprache und Sein" – live aus dem Bildungszentrum Tor zur Welt, digital für alle über Zoom. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Im Netzwerk gegen Rechts Wilhelmsburg sind bisher vertreten: Bürgerhaus Wilhelmsburg, DIDF, Freizeithaus Kirchdorf-Süd, Helmut-Schmidt-Gymnasium, Initiative für ein soziales Wilhelmsburg, Sozialkontor, die Bücherhallen Wilhelmsburg und Kirchdorf sowie Einzelpersonen.