Das wilde Schaf

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Inhalt: Das Schaf in der Gestalt eines farblosen Bankangestellten wird von einem erfolglosen Schriftsteller mit allen Mitteln zu einem mächtigen und wohlhabenden Geschäftsmann aufgebaut. Einem geläufigen Spruch zufolge gliedert sich die Menschheit in Wölfe und Schafe. Nicolas Mallet scheint dabei zu den Schafen zu gehören. Als der kleine Bankangestellte eines Tages die hübsche Marie-Paule anspricht, beginnt jedoch sein Ausbruch aus dem Pferch, und bald entdeckt Nicolas ungeahnte Qualitäten in sich. Dazu bedarf es allerdings entschiedener Nachhilfe durch seinen Freund Fabre... Michel Deville hat sich als Regisseur brillanter Unterhaltungsfilme, mit Charme und Witz elegant serviert, einen Namen gemacht. In dieser mit Romy Schneider, Jane Birkin, Jean-Pierre Cassel und Jean-Louis Trintingnant hochkarätig besetzten, pikanten Gesellschaftskomödie kommt noch eine Portion frivoler Bosheit dazu. "Romy Schneider stellt diese unglückliche Ehefrau dar, die sich in Mallet verlieben wird (im echten Leben ließ sich Schneider ein Jahr später von Harry Meyen scheiden). Sie liefert in der Tat eine tolle, eine glaubwürdige Performance. Womöglich deshalb auch ist „Das wilde Schaf“ u.a. in der Romy-Schneider-Edition erschienen. Hier hat sie eine ihrer Rollen, mit denen sie die „Sissi“-Vergangenheit nicht nur hinter sich lassen, sondern damit brutal brechen wollte; in einer Szene betritt sie das Zimmer, in dem Mallet wartet, und trägt einen Trenchcoat – sonst nichts. Doch ist „Das wilde Schaf“ durch und durch ein Trintignant-Film. Wie Jean-Louis Trintignant hier zwischen drei Persönlichkeiten changiert – vom schüchternen, subalternen Bankangestellten über den selbstbewussten, teils gewalttätigen Verführer und Geschäftsmann hin zum willfährigen, marionettenhaften Objekt des sadistischen Schriftstellers –: Das ist ebenso fantastisch wie beklemmend. Aber in Trintignants Gesichtsausdrücken haben sich ja schon immer gleich mehrere Persönlichkeiten verborgen: Sein Blick ist ebenso geheimnisvoll wie offen, verschlagen wie teilnahmslos. So entschlossen wie er dann vorgeht, so apathisch hätte er im selben Moment sein können. Meist aber signalisiert sein Gesicht Unheilvolles, wenn sich die listigen Augen einem Objekt zuwenden und die Mundwinkel sich dabei leicht nach unten neigen. Mallet könnte in diesem Moment alles sein." (www.filmkuratorium.de)