Lesetraining

Lesetrainerin liest Kind vor

Individuelle Leseförderung für Kinder des Stadtteils

Mit dem Projekt "Lesetraining" gehen die Bücherhallen Finkenwerder, Harburg und Wilhelmsburg auf besondere Weise auf die Bedürfnisse vieler Kinder ihres Stadtteils ab sechs Jahren ein: Viele von ihnen können trotz Schulunterrichts nicht richtig lesen oder verstehen den Sinn der Texte nicht.

Beim "Lesetraining" treffen sich einmal pro Woche das Kind und seine Lesetrainerin oder sein Lesetrainer in der jeweiligen Bücherhalle und üben eine Stunde miteinander. Zielgruppe des Einzeltrainings sind Grundschulkinder, die Sätze noch nicht oder noch nicht flüssig lesen und unter anderem wegen Wortschatzlücken das Gelesene nicht verstehen können. Die Kinder werden mindestens sechs Monate, bei individuellem Förderbedarf des jeweiligen Kindes auch länger, einzeln trainiert (Mentoring-Projekt). Die Lesetrainer hören beim Lesen zu, machen Mut, geben Tipps und erklären die Bedeutung des Gelesenen.

In der Bücherhalle Wilhelmsburg gibt es darüber hinaus zwei ABC-Gruppen für Leseanfänger mit maximal vier Kindern: Hier werden Kinder alphabetisiert, die einzelne Wörter noch nicht lesen können.

Für alle Kinder gilt: Fast nebenbei wird die Bücherhalle erkundet und gleichzeitig der Spaß am Lesen geweckt.

Logopädin Angela Wolf

Gegründet wurde das "Lesetraining Wilhelmsburg" 2006 von der Logopädin Angela Wolf, die das Projekt weiterhin begleitet, viele Lesetrainer/-innen fachlich berät und selbst als Lesetrainerin aktiv ist:

"Ich möchte erreichen, dass die Kinder Mut fassen und sich etwas zutrauen. Die Kinder sollen auch ihre Hemmschwellen vor einem Bibliotheksbesuch verlieren. Die Erfahrung zeigt, dass meist nach zwei Monaten eine Veränderung eintritt: Die Kinder lesen täglich mit ihren Eltern und besitzen in der Regel auch einen Bücherhallenausweis."

Allein in der Bücherhalle Wilhelmsburg engagieren sich rund 20 Ehrenamtliche. 2017 fanden in dieser Bücherhalle 574 Lesetrainings mit mehr als 700 teilnehmenden Kindern statt.